Salomo http://salomo.de/wordpress Mit Weisheit zum Erfolg Sat, 26 May 2018 05:03:26 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=3.8.35 Rote Karte für Zidane – da fehlt doch etwas! http://salomo.de/wordpress/rote-karte-fuer-zidane-da-fehlt-doch-etwas/ http://salomo.de/wordpress/rote-karte-fuer-zidane-da-fehlt-doch-etwas/#comments Mon, 25 May 2015 22:41:37 +0000 http://salomo.de/wordpress/?p=1129 Achtung: Keine Rechtfertigung von Wutanfällen

WM Finale 2006: Erinnern Sie sich an den Kopfstoß von Zinédine Zidane? Gegen den Brustkorb seines italienischen Gegenspielers Materazzi! Der Schiedsrichter hatte diese Szene zwar nicht gesehen. Darauf aufmerksam gemacht, zückte er jedoch sofort die Rote Karte. Die war mehr als gerechtfertigt, keine Frage. Aber da fehlt doch etwas, oder?

Szenenwechsel: Erinnern Sie sich an den Wutanfall von Berthold Heisterkamp („Ernie“ genannt) in der Serie „Stromberg”, erste Staffel, dritte Folge? Wohl weniger! Aber schauen Sie mal rein in Minute 23.45! Auch hier, würde jeder ohne Zögern sagen: Rote Karte für Ernie! Aber da fehlt doch etwas, oder?

Szenenwechsel: Ihre Kollegin / Ihr Nachbar / die Freundin Ihrer Tochter rastet aus. Rote Karte? Natürlich! Aber da fehlt doch etwas, oder?

Hat Zinédine Zidane vor Lust an der Freude den Kopfstoß ausgeführt? Hat Ernie vor lauter Glück seinen Wutanfall gehabt? Ist Ihre Kollegin / Ihr Nachbar / die Freundin Ihrer Tochter ausgerastet, weil das so viel Spaß macht? Nein. Da fehlt doch etwas!

Lassen Sie uns mal Ursachenforschung betreiben. Keine Sorge: Ich will die Wutanfälle hier nicht rechtfertigen. Jeder der Genannten, ja jeder Mensch ist verantwortlich für seine Wutanfälle. Doch den Wutanfällen ist etwas vorangegangen. Wissen Sie, was?

Warum wurde Zinédane Zidane tätlich? Weil sein Gegenspieler ihn zuvor beleidigt hatte. Wollen Sie wissen, wie? Wirklich? — Okay, wenn Sie unbedingt wollen! So: „Ich ziehe deine Schwester vor, die Nutte“ hatte Materazzi Zidane gegenüber gesagt, als dieser auf das Zupfen an seinem Trikot hin gesagt hatte „Nach dem Spiel kannst du mein Trikot haben.“ Das verändert die Perspektive, oder? Was fehlt, ist – richtig, eine Rote Karte für Materazzi. Der durfte weiterspielen!

Zu Szene 2: Warum wurde Berthold Heisterkamp aggressiv? Weil er zuvor von seinem Kollegen Ulf Steinke mehrfach geärgert und auf übelste Weise vor den Kollegen gedemütigt worden war. Was fehlt, ist – genau, eine Rote Karte für Ulf Steinke.

Und was ist mit Ihrer Kollegin / Ihrem Nachbarn / der Freundin Ihrer Tochter? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie zuvor von einer anderen Person bis zur Weißglut geärgert wurden – die Freundin Ihrer Tochter vielleicht sogar von Ihrer Tochter! Was fehlt, ist – es tut mir leid, eine Rote Karte für Ihre Tochter!

Wissen Sie, wie Salomo das Verhalten von Materazzi, Ulf Steinke und Ihrer Tochter einstuft? Als Körperverletzung! Ja, als Körperverletzung! Im wahrsten Sinne des Wortes!

„Die Worte eines Unüberlegten sind wie Schwertstiche, …”
(Salomo: Sprüche 12,18)

Ist das nicht übertrieben? Ich finde, nicht! Darf ich etwas Persönliches sagen? Auf mich haben hässliche Worte mir gegenüber schon gewirkt wie Messerstiche! Sie haben mir körperlich wehgetan. Furchtbar wehgetan. Messerstiche! MESSERSTICHE!

Ich fürchte, Ihnen ist es auch schon so ergangen. Jedem von uns ist es schon so ergangen.

Also, wenn Sie Salomo fragen würden: Er würde das Verhalten von Materazzi schlimmer als das von Zidane einstufen (Schwertstich gegen Kopfstoß!), das Verhalten von Ulf schlimmer als das von Ernie (Schwertstich gegen Verstümmelung einer Puppe!) und so weiter. Eine rote Karte für Zidane, ja! Und zwei Rote Karten für Materazzi. Und obendrein eine lebenslängliche Spielsperre (und nicht etwa eine lachhafte Sperre für zwei Spiele, zu der er im Nachhinein verurteilt wurde).

Warum ich diesen Artikel schreibe? Aus zwei Gründen.

Mein erstes Ziel: Dass Sie und ich hinter die Wutanfälle schauen. Nicht immer, aber häufig ist ein noch hässlicheres Verhalten die Ursache.

Mein zweites Ziel: Dass Sie und ich vorsichtig sind mit unseren Worten. Dass wir nicht mit unseren Schwertstichen Ursache sind für die Wut von anderen. Ich hoffe, auf uns beide trifft eher das zu, was Salomo im zweiten Teil des Spruches sagt:

„… die Worte der Weisen sind Heilung.”
(Salomo: Sprüche 12,18)

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Warum ich Schweinsteiger gern als Freund hätte

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Weil er reich und berühmt ist? Nein, das wäre zwar ein netter Nebeneffekt, aber das ist es nicht.

Weil er gut Fußball spielen kann? Nein. Wäre zwar praktisch, wenn ich mit meinen Kumpels kicke, aber dann kann ich ja gar nicht mehr selbst mit meiner Spielübersicht glänzen (!).

Weil ich Bayern-Fan bin? Nein. Ich bin SC Freiburg-Fan, allerdings auch kein Bayern-Hasser.

Nein, ich hätte gern Schweinsteiger als Freund aus dem Grund, aus dem wir uns alle gern einen Freund wünschen. Na?

Ich hätte gern einen Freund, der zu mir steht, wenn es mir schlecht geht und wenn alle gegen mich sind. Wenn ich tief in der … stecke, alle von mir abrücken und es peinlich ist, mein Freund zu sein.

So, und Schweinsteiger hat eben dies getan. Ich weiß nicht, ob Sie am Abend des glorreichen WM-Finales das Interview mit Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski und später Christoph Kramer gesehen haben.

Viel Jubel, viel Rumgealbere, und dann kommt die Passage, um die es mir geht. Bastian Schweinsteiger sagt:

„Ganz spezieller Gruß, wirklich, an einen Mann, der, ich glaub’, ohne den wären wir alle nicht hier, das ist Uli Hoeneß. Vielen Dank für Ihre Unterstützung. Wir glauben daran, dass alles gut wird, und wir unterstützen Sie sehr. Vielen Dank!“
Bastian Schweinsteiger in einem Interview am 13. Juli 2014

Was daran so besonders ist? Nun, Schweinsteiger feiert gerade seinen größten Triumph. Und genau in diesem Moment denkt er an einen Mann, der im Moment nicht so gefeiert ist. Sie müssen nur einmal in den Internet-Foren die Kommentare lesen, die über Hoeneß geschrieben werden. Nicht immer sehr freundlich, vorsichtig gesagt.

Mir geht es hier nicht darum, ob Hoeneß ein feiner Kerl ist oder nicht, sondern darum, dass er in der Tinte, Pardon, im Gefängnis sitzt.

Und Schweinsteiger denkt nicht nur im Moment seines größten Triumphes an Hoeneß, sondern er bekennt sich in aller Öffentlichkeit zu ihm, stellt sich an seine Seite. Das finde ich stark! Und Salomo auch:

Ein Freund liebt zu aller Zeit, und als Bruder in der Not wird er geboren. (auch übersetzt: „ein Bruder wird für die Not geboren“)
Salomo: Sprüche 17,17

Hoeneß vor dessen Steueraffäre zu grüßen, dazu gehört so wenig Mut, dass es wie Schmeichelei wirkt. Hoeneß jetzt zu grüßen und noch zu betonen, dass man ihm den Weltmeistertitel verdanke – und dies nicht etwa auf Nachfrage, sondern von sich aus, das ist stark.

Schließlich setzt er sich selbst der Kritik der Hoeneß-Kritiker /-Hasser aus. So heißt es in einem Kommentar zu diesem Interview auf youtube: “Grüße an Uli Hoeneß ? Unfassbar. Da hat er bei mir gerade Symphatien verspielt.”

Schweinsteiger wird sich mit diesem Kommentar bei so manchen Menschen Sympathien verspielen. Genau deswegen vermeiden andere, in der Not dem Freund beizustehen.

„Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot.“

Schweinsteiger gehört zu den Freunden in der Not. Sie auch?

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Die wichtigste Qualität einer Sekretärin – und einer Führungskraft http://salomo.de/wordpress/die-wichtigste-qualitat-einer-sekretarin-und-einer-fuhrungskraft/ http://salomo.de/wordpress/die-wichtigste-qualitat-einer-sekretarin-und-einer-fuhrungskraft/#comments Wed, 04 Sep 2013 08:44:20 +0000 http://salomo.de/wordpress/?p=1101 „Das geht gar nicht“ – Ist Ihnen aufgefallen, dass dieser Spruch in Mode gekommen ist? Betonung auf dem „gar“!

Wissen Sie, was bei einer Sekretärin „gar nicht geht“? Was schlimmer ist, als wenn sie Termine vergisst, Unterlagen verschlampt und nur mit drei statt zehn Fingern schreiben kann?

Ein Tipp: Es führt dazu, dass der Chef bzw. die Chefin die meisten Sachen selbst erledigen muss, die normalerweise der Sekretärin anvertraut würden.

Na?

Was gar nicht bei einer Sekretärin geht, sagte mir kürzlich die Chefin eines mittelständischen Unternehmens. Sie steht kurz davor, sich von ihrer Sekretärin zu trennen. Warum? Weil ihre Sekretärin nicht schweigen kann.

„Herr Lengen, ich weiß gar nicht, was ich ihr noch als Arbeit geben kann“, sagte die Dame mir. „Ich kann sie nur noch Handlangerdienste machen lassen.“

Stimmt, eine Sekretärin hat ständig mit vertraulichen Dingen zu tun. Wenn sie nicht dicht hält, gibt es ein Leck an zentraler Stelle. Das geht gar nicht!

Schon Salomo wusste in seinem Handbuch für Sekretärinnen:

„Deinen Rechtsstreit führe mit deinem Nächsten, aber gib nicht preis, was ein anderer dir anvertraut hat.“ (Sprüche 25,9)

Um diesen Spruch richtig zu verstehen, muss man wissen, dass Salomo in seinen Sprüchen vehement von Streit abrät. „Finger weg vom Streiten“, heißt es wiederholt bei ihm.

Seine Botschaft hier: Streit ist schon furchtbar. Doch was gar nicht geht: Sachen ausplaudern. Das toppt alles. Um das zu vermeiden, gibt es von Salomo eine Sondererlaubnis für das furchtbare Übel „Streit“.

Also Termine vergessen ist für eine Sekretärin schon schlimm. Doch was gar nicht geht, ist, wenn sie nicht schweigen kann.

Was soll die Dame nun mit ihrer Sekretärin tun? Sie ermahnen und abwarten, bis es besser wird? Salomo wäre drastischer: Er würde empfehlen, die Sekretärin zu feuern, wenn ich ihn recht verstehe.

„Wer Anvertrautes preisgibt, geht als Verleumder umher; und mit dem, der seine Lippen aufsperrt, lass dich nicht ein.“ (Sprüche 20,19)

Salomo rät also, Abstand zu halten von Leuten, die nicht schweigen können. Warum? Ich weiß es nicht. Vielleicht, weil er keine Hoffnung sieht, dass sich solche Leute ändern und auf einmal schweigen wie ein Grab.

Nun hat Salomo das Ganze eben nicht in einem Handbuch für Sekretärinnen geschrieben. Er hätte es genauso in einem Handbuch für Führungskräfte schreiben können.

Denn Führungskräfte haben nun mal mit vertraulichen Dingen zu tun. Und was gar nicht geht, … Sie wissen schon, aber ich will es trotzdem sagen: Was gar nicht geht, ist, dass ein Chef Vertrauliches über oder von einem Mitarbeiter an andere Mitarbeiter weitergibt.

In irgendeinem amerikanischen Managementbuch habe ich einmal gelesen, dass eine Führungskraft sich nicht dadurch auszeichne, dass sie gut reden könne, sondern dass sie schweigen könne, und zwar über Vertrauliches.

Doch Salomo hat seine Empfehlung nicht auf Sekretärinnen oder Führungskräfte beschränkt.
Er sagt „Du“. Und damit sind tatsächlich Sie gemeint.

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5 Tipps zur Mitarbeiterbindung – abgeschaut von Landwirtin Krause http://salomo.de/wordpress/5-tipps-zur-mitarbeiterbindung-abgeschaut-von-landwirtin-krause/ http://salomo.de/wordpress/5-tipps-zur-mitarbeiterbindung-abgeschaut-von-landwirtin-krause/#comments Fri, 12 Jul 2013 16:21:43 +0000 http://salomo.de/wordpress/?p=1089 Vom Kalb gucken zunächst nur die Hufe heraus, dann die Zunge, jetzt der Kopf. Aber das reicht nicht. Kuh-Mutter Elke braucht Hilfe. Landwirtin Lucie Krause und ihr Mann Lutz ziehen mit einem Seil an den Hufen. Und dann geht es schnell: Das Kalb ist draußen! Kaum liegt es auf dem Boden, wird es von Mutter Elke abgeschleckt.

Elke ist zum zwölften Mal Mutter geworden, und wir waren live dabei! Wir haben nämlich als Familie „Ferien auf dem Bauernhof“ gemacht, inkl. Hahnenschrei um 4.48 Uhr.

Kalbsgeburt_1

Kalbsgeburt_2

Lucie Krause (60 Jahre) ist Chefin über 50 Rinder und 28 Hühner. Sie hat den Hof von ihren Eltern geerbt. Eigentlich könnte sie die Beine hochlegen und ihre Rente genießen, aber sie ist Landwirtin aus Leidenschaft. Und sie ist eine gute Landwirtin, nicht nur in meinen, sondern auch in Salomos Augen. Denn sie setzt fünf Prinzipien um, die nicht nur in der Landwirtschaft gelten, sondern auch im Management und in der Erziehung.

1) Gut behandeln

Lucie Krause betrachtet ihre Kühe nicht als Milchmaschinen, sondern als Kühe. Sie versucht, ihnen optimale Bedingungen zu schaffen.

Die Kühe können sich immer frei bewegen, auch im Winter. Das ist keine Selbstverständlichkeit, gibt es doch Landwirte, die ihre Kühe im Winter anbinden. Das einzige, was die Kühe dann machen können: aufstehen und hinlegen, aufstehen und hinlegen.

Die Liegeboxen auf dem Hof Krause sind mit Stroh ausgepolstert. Das ist weicher als Liegeboxen mit Gummimatten, die es in vielen Höfen gibt, aber auch arbeitsintensiver und damit teurer.

Doch kommen wir zu Kuh Elke. Sie war im letzten Jahr gefallen und hatte sich einen Bluterguss im Euter sowie Prellungen zugezogen. So manch anderer Landwirt hätte sie geschlachtet, Lucie Krause nicht. Sie stellte sie trocken, d.h. Elke musste keine Milch mehr liefern, und ließ sie auf einer Extraweide in Ruhe gesund werden.

So, und jetzt kommt das Tolle: Das alles wird von den Kühen und besonders von Elke belohnt, gemäß dem Salomo-Wort:

“Wer gern wohltut, wird reichlich gesättigt, und wer [andere] tränkt, wird auch selbst getränkt.” (Sprüche 11,25)

Wie lautet nun der Lohn für Lucie Krause? Zunächst einmal das Kalb, das Elke pünktlich lieferte, nachdem sie wieder gesund war.

Und das “wird auch selbst getränkt” könnte man wörtlich nehmen. Denn Lucie Krause wird von Elke mit Milch ohne Ende getränkt: 140.000 Liter Milch hat Elke geliefert. Damit ist sie die erfolgreichste Kuh im Ammerland.

Zum Vergleich: Eine durchschnittlich gute Kuh liefert rund 30.000 Liter Milch – und drei Kälber. Bei Elke sind es, wie eingangs gesagt, 12 Kälber.

2) Freundlich sein

Kühe sind auch nur Menschen. Und so behandelt Lucie Krause sie auch. Sie ist zwar bestimmt, aber freundlich, und das aus gutem Grund, wie sie erzählt:

“Man kriegt es von den Kühen zurück, wenn man in der Hektik mal unfreundlich zu ihnen wird.”

Aha, ganz nach Salomos Spruch:

“Eine sanfte Antwort wendet Grimm ab, aber ein kränkendes Wort erregt Zorn.” (Sprüche 15,1)

Worin zeigt sich der Zorn der Kühe bzw. der Nachteil für Lucie Krause?

“Wenn ich eine Kuh vermöbeln und anbrüllen würde, weil sie nicht sofort in Richtung Melkmaschine marschiert, dann würde die das nächste Mal ganz hinten stehen bleiben und sich genau überlegen, ob sie kommt oder nicht.”

Freundlichkeit gegenüber Kühen sei das Ökonomischste, sagt mir Lucie Krause: “Eine Kuh, die nicht gerne zum Melken kommt, die das nicht als Entlastung sieht, die gibt auch nicht so viel oder auch gar nicht.” Kühe können nämlich ihren Milchfluss stoppen, wie ich von Lucie Krause erfahre.

3) Gut zureden

Lucie Krauses Mann könnte eifersüchtig werden, wenn er sähe, wie nett seine Frau zu Emmchen ist: Sie krault ihr das Euter (nicht: “der Euter”!), streichelt ihr übers Fell und redet ihr gut zu. Warum? Emmchen ist noch nicht so vertraut mit der Melkmaschine. Sie tritt nach der Melkmaschine, um die Zitzenbecher, mit denen sie gemolken wird, abzuschlagen.

In diesem Fall gilt es besonders freundlich zu sein, sagt mir Landwirtin Krause. “Ich könnte sie auch durch Zwangsmaßnahmen dazu zwingen, die Füße unten zu lassen, aber gutes Zureden ist für alle Beteiligten hilfreicher.”

Ganz nach Salomo:

“Freundliche Worte sind Honig, Süßes für die Seele und Heilung für das Gebein.” (Sprüche 16,24)

4) Grenzen setzen

Freundlich sein, okay. Gut zureden, wunderbar. Doch den Kühen ganz ihren Willen lassen, das geht auch nicht.

Kühe mögen es auszubüxen. Sie gehen gern auf und davon. Bei aller Freiheitsliebe, dem ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Riegel vorzuschieben. Es gibt einen Weidezaun, und es gibt Türen, die nicht nur geöffnet, sondern auch geschlossen werden.

Und wenn das Tor doch einmal aus Versehen offen ist? “Die Kühe finden sofort die Lücke. Da muss ich dann auf der Stelle hinterher und denen klarmachen, wo sie hingehören”, sagt Landwirtin Krause.

Hinzu kommen noch weitere Grenzen, wie regelmäßige Zeiten, zum Beispiel beim Melken.

Grenzen setzen: Dazu sagt auch Salomo etwas:

“Wenn einer seinen Diener von Jugend auf verhätschelt, so wird der zuletzt rebellisch.” (Sprüche 29,21)

Rebellisch werden Kühe zum Glück nicht, wie Landwirtin Krause mir sagt. Mitarbeiter schon, wie mir andere Manager gesagt haben.

5) Individuell behandeln

Keine Kuh ist wie die andere.

Evi, “das Ferkel” ist eine Kuh. Sie hat ihren Spitznamen daher, dass – na ja, man muss sie nur einmal anschauen. Sie mag es im Dreck zu liegen. Das ist auf einem so sauberen Bauernhof wie bei Krauses eigentlich nicht möglich, für Evi aber schon. Alle liegen auf der Weide, Evi nicht. Sie hat sich ihr dreckiges Plätzchen gesucht. Dummerweise ist Evi fast ganz weiß, so dass sich ihre Vorliebe nicht verbergen lässt.

Annemone, genannt “Der Panzerknacker” (mit einer Brille wie die Panzerknacker bei Donald Duck) macht ihrem Spitznamen alle Ehre: Sie ist ihren Mitkühen gegenüber rabiat und stößt sie gerne vom Futter weg.

“Ich muss schon mal öfter mit ihr schimpfen”, sagt Landwirtin Krause. “Das weiß sie ganz genau. Sie weiß genau, was sie darf und was nicht. Emmchen hingegen darf ich nicht so hart anpacken.”

Elsa, die ganz schwarze Kuh, hält sich am liebsten in der Futterbox auf. Und was macht sie da? Nicht einfach nur fressen, was da liegt, wie die anderen Kühe. Sondern immer mit dem Kopf gegen das Brett stoßen. Denn durch diese Erschütterung fallen ein paar Körner Kuhfutter zusätzlich für sie heraus.

“Damit kann die sich stundenlang beschäftigen”, sagt Landwirtin Krause. Aber da gilt es aufzupassen (Grenzen setzen!) und sie auch mal aus der Futterbox herauszubefördern. Die anderen Kühe werden nicht aus der Futterbox getrieben, weil sie nur das abrufen, was ihnen zusteht

Das sind nur drei Beispiele. Schnell wird klar. Bei Krauses haben die Kühe zwar (wie gesetzlich vorgeschrieben) Nummern, sie sind aber keine Nummern.

Landwirtin Krause kennt jede Kuh mit Namen. Sie kennt die Mutter, die Großmutter und Urgroßmutter jeder einzelnen Kuh.

Oh, beinahe hätte ich den Salomo-Spruch zum Thema “individuell behandeln” vergessen. Hier ist er:

“Erziehe den Jungen seiner Eigenart gemäß!” (Sprüche 22,6)

Dieser Spruch bezieht sich auf die Erziehung: Eltern sollten den Charakter ihrer Kinder berücksichtigen und nicht alle Kinder uber einen Kamm scheren. Dieser Spruch setzt auch Landwirtin Krause um, wenn sie den Charakter ihrer Kühe berücksichtigt. Und so sollten auch Führungskräfte auf den Charakter ihrer Mitarbeiter eingehen.


Mitarbeiterbindung durch Liebe

Warum werden die Kühe bei Landwirtin Krause so alt? Warum schenken sie ihr so viele Kälber und so viel Milch? Die fünf genannten Prinzipien geben die Antwort.

Wollte man den Schlüssel für Kuhbindung à la Mitarbeiterbindung bei Landwirtin Krause in einem Wort beschreiben, dann wäre es “Liebe”.

“Man muss Kühe lieben. Es muss einem an ihnen etwas gelegen sein”, sagt sie. Wenn einer Kühe liebt, dann Landwirtin Krause. Das zeigt sie nicht nur in ihrem Führungsverhalten, sondern auch in ihrer Sprache. Wenn sie über ihre Kühe spricht, fangen ihre Augen an zu glänzen.

Wenn ich eine Kuh wäre, dann hätte ich gern Landwirtin Krause als Chefin.

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Sind wir nicht alle ein bisschen Hoeneß? http://salomo.de/wordpress/sind-wir-nicht-alle-ein-bisschen-hoenes/ http://salomo.de/wordpress/sind-wir-nicht-alle-ein-bisschen-hoenes/#comments Fri, 31 May 2013 12:36:34 +0000 http://salomo.de/wordpress/?p=1069 Die Wogen schlugen hoch, als bekannt wurde: Uli Hoeneß hat sich selbst wegen Steuerhinterziehung angezeigt.

Doch Salomo empfiehlt: “Ball flach halten”: Wir sind nicht besser.

Warum, das will ich hier erklären, indem ich auf die beiden Haupt-Vorwürfe gegen Hoeneß eingehe.

Vorwurf 1: Steuerhinterziehung

Vorwurf 2: Auftreten als Moralapostel

Damit wir uns recht verstehen: Beide Vorwürfe treffen auf Hoeneß zu!

Vorwurf 1 an Hoeneß
Ja, Uli Hoeneß hat dem deutschen Staat, dem deutschen Volk, ja auch mir (schluchz!) Steuern vorenthalten. Das ist nicht in Ordnung und lässt sich auch nicht verrechnen mit anderen Wohltaten, die auf sein Konto gehen. Darauf hat z.B. der Chef von „Christen in der Wirtschaft“, Frank Suchy, hingewiesen.

Vorwurf 2 an Hoeneß
Ja, Uli Hoeneß ist immer wieder als Moralapostel aufgetreten, der hohe Maßstäbe an das Verhalten anderer Leute gelegt hat. Damit hätte er vorsichtiger sein sollen!

Doch nun kommt es. Wir schauen uns die beiden Vorwürfe an und fragen uns: Sind die Journalisten, die über Hoeneß schreiben, oder die Politiker, die – von Journalisten gefragt – über Hoeneß urteilen, besser? Entschuldigung, noch direkter: Sind wir beide, Sie und ich, besser?

Ich überspringe die Journalisten und Politiker und rede hier mal über uns beide!

Vorwurf 1 an uns beide
Haben wir beide noch nie Steuern hinterzogen? Noch nie etwas mit Schwarzarbeit zu tun gehabt? Sie merken, die Luft wird dünner! Es macht übrigens keinen Unterschied, ob Uli Hoeneß Millionen hinterzieht oder wir beide ein paar Euro. Für den Staat vielleicht, für Salomo nicht.

Okay, seien wir mal großzügig und gehen davon aus, dass wir beide noch nie Steuern hinterzogen haben. Doch laut Neuem Testament gilt nicht nur die Tat, sondern schon die Überlegung als Verfehlung – d.h. selbst wenn ich nur überlege, ob ich in diesem Fall mal die Wand schwarz (damit meine ich nicht die Farbe!) streichen lasse, und mich aufgrund schlafloser Nächte für das Gegenteil entscheide.

Falls Sie auch hier sauber sind, schreiben Sie das doch bitte unten ins Kommentarfeld. Ich muss jedenfalls passen.

Vorwurf 2 an uns beide
Hier kann ich mich kürzer fassen: Jeder der sich über Uli Hoeneß als Moralapostel aufregt, ist selber einer. “Aber Uli Hoeneß hat sich besonders viel über andere aufgeregt”, denken Sie vielleicht. Ach kommen Sie, Sie doch auch!

Komisch: Wir beide, wir wissen genau, was sich gehört – und zwar für andere. Bei uns selbst sind wir großzügiger. Ich jedenfalls.

Ach, beinahe hätte ich vergessen, das Salomo-Zitat zu erwähnen. Es bezieht sich nicht auf Steuerhinterziehung, sondern auf üble Nachrede – auch “Lästern” genannt –, ist aber, wie Sie sehen werden, leicht auf den Fall Hoeneß übertragbar.

“Auch richte dein Herz nicht auf all die Worte, die man redet, damit du nicht hörst, wie dein Knecht dich verflucht; denn auch viele Male – dein Herz weiß es – hast auch du andere verflucht.” (Prediger 7,21f.)

Auf Deutsch: Kümmere Dich nicht darum, dass andere über dich lästern, du bist nicht besser.

Moment, ich habe doch noch einen allgemeineren Spruch Salomos zum Thema gefunden:

“Wer darf sagen: Ich habe mein Herz rein gehalten, ich bin rein von meiner Sünde?” (Sprüche 20,3)

Wie sagt Salomo noch gleich?

“Der Gerechte fällt siebenmal …” (Sprüche 24,16)

D.h. auch die Gerechten, z.B. der spendenfreudige Uli Hoeneß, machen Fehler. Sie und ich auch. Zum Glück geht der Spruch weiter:

“… und steht wieder auf.”

Ich wünsche Uli Hoeneß, dass er wieder aufsteht. Und Ihnen und mir auch.

So, und jetzt kümmere ich mich um meine Steuererklärung für 2012. Machen Sie das doch auch! Bringt uns beide weiter, als über Hoeneß zu diskutieren.

PS. Dieser Artikel hat von der Kritik meines Sohnes Mario profitiert (Nein, kein Fan von Bayern München, sondern von Borussia Dortmund!).

Ähnlicher Artikel:
Zwei Irrtümer: “Zumwinkel ist böse, ich nicht” und “Ich werde bestraft, Zumwinkel nicht”

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Warum Schummeln sich nicht lohnt, was ein entdeckter Schummler tun sollte und warum jeder Schummler eine neue Chance verdient http://salomo.de/wordpress/warum-schummeln-sich-nicht-lohnt-was-ein-entdeckter-schummler-tun-sollte-und-warum-jeder-schummler-eine-neue-chance-verdient/ http://salomo.de/wordpress/warum-schummeln-sich-nicht-lohnt-was-ein-entdeckter-schummler-tun-sollte-und-warum-jeder-schummler-eine-neue-chance-verdient/#comments Fri, 25 Feb 2011 20:34:48 +0000 http://salomo.de/wordpress/?p=1062 Hätte Guttenberg (oder sein Ghostwriter) doch vor dem Abgeben seiner Doktorarbeit weniger FAZ-Artikel und Reiseführer und dafür mehr Salomo und Shakespeare gelesen!

Ich glaube, Salomo hätte ihm empfohlen, eine schlanke Doktorarbeit abzugeben und gerade so mit Ach und Krach zu bestehen. Das hätte niemanden aufgeregt und Guttenberg hätte seinen Doktor. Salomo hätte jedenfalls vom Schummeln abgeraten:

“Süß ist dem Mann das Plagiat, aber hinterher stürzt sich die Presse-Meute auf ihn.” (Sprüche 20,17). Das war die so genannte Guttenberg-Übersetzung. Im Original lautet das Ganze so: “Süß ist dem Mann das Brot der Lüge, aber hinterher ist sein Mund voller Kies”

Von Schummeln – sagen wir ruhig: Betrügen – kann man kurzfristig durchaus profitieren. Kurzfristig. Also Hände weg vom Schummeln! Warum? Es lohnt sich einfach nicht! Das meint auch Shakespeare: “Was List verborgen, wird ans Licht gebracht.” (König Lear, 1. Akt, 1. Szene; nicht meine Übersetzung, sondern die von Schlegel / Tieck)
So, die Schummelei ist aufgeflogen. Was tun? Die Guttenberg-Variante “alles in mühevoller Kleinstarbeit” erstellt, zieht leider nicht. Salomo empfiehlt: Wenn Sie schon geschummelt haben, dann geben Sie es zu!

“Wer seine Fehler / Vergehen zudeckt, wird keinen Erfolg haben; wer sie aber bekennt und läßt, wird Erbarmen finden” (Sprüche 28,13)

Ja, leicht wäre es für Guttenberg nicht gewesen, zuzugeben dass seine Doktorarbeit zum Teil ein Plagiat ist. Und darüber hätten sich einige sicherlich aufgeregt. Aber – viele hätten meiner Meinung nach gesagt: “Der Mann hat es zugegeben, was sollen wir noch weiter draufschlagen?” Der erste Teil des Salomo-Spruches hat sich jedenfalls bewahrheitet: Mit dem ersten Statement (s.o.) ist Guttenberg nicht durchgekommen. Auch da ist Shakespeare einer Meinung mit Salomo. Direkt nach dem oben zitierten Vers heißt es: “Wer Fehler schminkt, wird einst mit Spott verlacht.”

Ich darf abschließend darauf hinweisen, dass wir alle inklusive der lieben Journalisten (die ja nie abschreiben) – und auch Gregor Gysi – vorsichtig sein sollten, Guttenberg zu verurteilen. Sie wissen schon: “Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein” (Die Bibel, Johannes 8,7) oder “Wer im Glashaus sitzt, …”

“Der Gerechte fällt siebenmal …” (Sprüche 24,16)

Aha, selbst die Gerechten fallen siebenmal (die Zahl steht in der Bibel für “viel”). Auch ich falle ständig wieder hin. Guttenberg auch. Sie auch. Das Tolle: Der Salomo-Spruch geht noch weiter.

“… und steht doch wieder auf.”

Wir alle haben die Chance es das nächste Mal besser zu machen. Wir alle haben eine zweite Chance verdient. Wissen Sie, was ich echt gut fände? Wenn Guttenberg sich jetzt hinsetzt und seine Doktorarbeit noch mal schreibt. Mit Ach und Krach, aber das ist egal. Den Doktortitel gönne ich ihm gern. Sie nicht?

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Nicht ungefragt Rat geben! http://salomo.de/wordpress/nicht-ungefragt-rat-geben/ http://salomo.de/wordpress/nicht-ungefragt-rat-geben/#comments Fri, 25 Feb 2011 20:32:37 +0000 http://salomo.de/wordpress/?p=1060 Oh, das hat aber lange gedauert. Es ist schon etliche Monate her, dass ich hier einen Tipp meines Großonkels präsentiert habe und einen zweiten Tipp angekündigt habe.

Hier ist er nun: “Gib nicht ungefragt Rat!” Wie mein Großonkel sagte, konnten es seine Mitarbeiter nicht leiden, wenn er ihnen im Gespräch aus dem Ärmel heraus und ungefragt Rat gab. Eine andere Sache war es, wenn sie zu ihm kamen und um Rat fragten. Aber wie ich meinen Großonkel kenne, wird er selbst in diesen Fällen eher vorsichtig gewesen sein, ihnen sofort zu sagen, was sie seiner Meinung nach tun sollten. In Salomos Worten:

“Wer Antwort gibt, bevor er zuhört, dem ist es Narrheit und Schande.” (Sprüche 18,13)

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Salomo empfiehlt: Schach spielen! http://salomo.de/wordpress/salomo-empfiehlt-schach-spielen/ http://salomo.de/wordpress/salomo-empfiehlt-schach-spielen/#comments Sat, 20 Nov 2010 20:31:01 +0000 http://salomo.de/wordpress/?p=1058 Ich war zu unbedacht mit meinen Bauern vorgestürmt. Nun wurde meine Dame von einem Läufer bedroht. Schützen konnte ich sie nicht, und wegziehen konnte ich sie auch nicht. Denn dann hätte mein König im Schach gestanden. Ruck-zuck war die Dame weg. Und das knapp zehn Minuten nach dem ersten Zug! Was war mein Fehler?

Ich hatte nur von Zug zu Zug gedacht. Ich hatte keinen Plan! Ich war zu hastig, wollte den schnellen Erfolg. In Salomos Worten:

“Wer fünf Züge weiterdenkt, gewinnt. Aber jeder, der nur von Zug zu Zug denkt, ist schnell mattgesetzt.” (Sprüche 21,5) – Oh, da habe ich ja aus Versehen die so genannte Schachübersetzung der Sprüche Salomos zitiert. Hier nun eine wörtlichere Übersetzung: “Die Pläne des Fleißigen führen nur zum Gewinn; aber jeder, der hastig ist, erreicht nur Mangel.”

Mein Gegner, Werner Müller, spielt seit mehr als 30 Jahren Schach, davon mehrere Jahre im Verein. Durch das Schachspielen habe er gelernt, strategisch, d.h. vorausschauend zu denken, sagte er. Na klar: So etwas haben Sie und ich schon mehrfach gehört: “Schach hilft dabei, vorausschauend zu denken.” Nichts Neues. Doch egal ob die Erkenntnis neu ist oder nicht: Sie stimmt! Und deswegen ist Schach ein Spiel, das Salomo und ich empfehlen. Denn wie im Schach bekommen Sie im Leben nicht sofort die Quittung dafür, dass Sie einfach so mit den Bauern voranstürmen. Doch wenn Dame und König zugleich angegriffen werden, ist es zu spät. Zu spät, sich Gedanken über die nächsten Züge zu machen.

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Erst zuhören, dann belehren http://salomo.de/wordpress/erst-zuhoren-dann-belehren/ http://salomo.de/wordpress/erst-zuhoren-dann-belehren/#comments Mon, 08 Nov 2010 20:28:54 +0000 http://salomo.de/wordpress/?p=1056 Neulich auf einer Familienfeier kam ich mit meinem Großonkel ins Gespräch. Mein Großonkel war ein hohes Tier in der Schifffahrt, ich glaube, bei einer Reederei. Ich wollte gerne von ihm etwas in Sachen “Management” lernen und fragte ihn daher, was sein wichtigster Tipp für das Führen von Mitarbeitern sei.

Die Antwort kam ohne Zögern: “Erst zuhören, dann belehren!” Er habe es sich zur Angewohnheit gemacht, in Gesprächen mit Mitarbeitern nicht gleich loszupoltern, sondern erst einmal zu fragen, warum sie denn eine Sache so und nicht anders gemacht hätten. Mein Großonkel ist ja fast so weise wie Salomo! Der sagt nämlich:

“Wer Antwort gibt, bevor er zuhört, dem ist es Narrheit und Schande.” (Sprüche 18,13)

Hätte mein Großonkel immer ohne zu fragen losgepoltert, hätte er seine Polterei in vielen Fällen wieder zurücknehmen müssen. Außerdem kostet lospoltern Zeit und Nerven. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Also: Hören Sie sich entspannt die andere Seite an. In vielen Fällen ist belehren bzw. lospoltern nicht mehr nötig. Mein Großonkel hat übrigens nicht gesagt: “zuhören und nie belehren”. Nach dem Zuhören hat er sicherlich oft gemerkt, dass es doch etwas zu belehren gab. Aber er konnte es dann punktgenau machen – und dabei darauf vertrauen, dass sein Gesprächspartner ihm bereitwillig zuhörte. In Salomos Worten:

“Ein Mann aber, der zuhört, redet für lange Dauer” (Sprüche 21,18)

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Reden hat auch seine Zeit http://salomo.de/wordpress/reden-hat-auch-seine-zeit/ http://salomo.de/wordpress/reden-hat-auch-seine-zeit/#comments Fri, 10 Sep 2010 20:24:58 +0000 http://salomo.de/wordpress/?p=1054 Salomo und ich haben hier oft genug dafür plädiert, die Klappe zu halten, zuletzt im Artikel “Beeindrucken durch Schweigen”. In der Tat: Es gibt häufiger Momente, wo ich denke “hättest du doch geschwiegen”.

Doch heute will ich werben für die zweite Hälfte des Salomo-Spruchs:

“Schweigen hat seine Zeit, und Reden hat seine Zeit.” (Prediger 3,5)

Den Anstoß gab mir der Artikel “Das feine Schweigen und seine Folgen” von Fritz Stern in seinem Buch “Das feine Schweigen” (Seite 158-173). Zunächst einmal: Auch Stern weiß um positive Beispiele für Schweigen: “Sicher gibt es so etwas wie ein edles oder heroisches Schweigen, das Schweigen, um Verrat zu vermeiden.” (Seite 159)

“Das Schweigen der Anständigen”
Doch unmittelbar nach diesem Satz kommt er zu seinem eigentlichen Thema: “Was das andere Schweigen angeht, so neige ich dem Urteil von Nadeschda Mandelstam, die in ihren Memoiren aus der Zeit sowjetischen Terrors schrieb: ‘Schweigen ist ein wirkliches Verbrechen gegen das Menschengeschlecht.’ Man könnte diesem grausamen Jahrhundert das Motto geben: Man sah das Böse nicht, man wollte es nicht sehen, wollte die Untat nicht wahrnehmen – und damit begann das Schweigen.” (Seite 160) Und auf Seite 173: “Die Passivität, das Schweigen der Anständigen waren für den Erfolg des Nationalsozialismus mindestens ebenso wichtig wie das Brüllen der Begeisterten.”

Stern präsentiert eine “Skizze des Verschweigens” in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert. Was hat das mit uns beiden im 21. Jahrhundert zu tun?

Aus Angst um den Job
Viel! Es gibt Momente, da sollten wir reden – und was tun wir? Wir schweigen. Warum? Nicht aus Angst um unser Leben, sondern aus Angst um unseren Job oder unseren Kunden oder unseren Freund. Bitte nicht! Dieses “feine Schweigen” gibt dem Unrecht eine Chance. Beispiele gefällig? Der Kollege wird gemobbt – und wir schweigen. Der Kunde wird abgezockt – und wir schweigen. In der U-Bahn wird unsere Nachbarin belästigt – und wir schweigen. Zum Hinschauen gehört Mut. Und Kraft. Das wünsche ich Ihnen. Und das wünsche ich mir.

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